Hermes Trismegistos

und die Smaragdtafeln

Die Göttergestalt des Hermes Trismegistos (altgriechisch Ἑρμῆς ὁ Τρισμέγιστος Hermē̂s ho Trismégistos „der dreimal größte Hermes“) ist eine synkretistische Verschmelzung des griechischen Gottes Hermes mit dem ägyptischen Gott Thot. Bis in die frühe Neuzeit glaubte man, Hermes Trismegistos habe tatsächlich gelebt und sei der Verfasser der nach ihm benannten hermetischen Schriften.

Die nach ihm benannte Hermetik formuliert sieben Prinzipien, die universelle Gültigkeit besitzen:

Die sieben Prinzipien des Hermes Trismegistos
1) Das Prinzip der Geistigkeit
„Das All ist Geist, das Universum ist geistig.“
2) Das Prinzip der Entsprechung
„Wie oben so unten, wie unten so oben.“
3) Das Prinzip der Schwingung
„Nichts ist in Ruhe, alles bewegt sich, alles ist in Schwingung.“
4) Das Prinzip der Polarität
„Alles ist zweifach, alles hat zwei Pole, alles hat sein Paar von Gegensätzlichkeiten – gleich
und ungleich ist dasselbe: Gegensätze sind identisch nur verschieden im Grad. Extreme
berühren sich, alle Wahrheiten sind nur halbe Wahrheiten, alle Widersprüche können
miteinander in Einklang gebracht werden.“
5) Das Prinzip des Rhythmus
„Alles fließt aus und ein, alles hat seine Gezeiten, alle Dinge steigen und fallen, das
Schwingen des Pendels zeigt sich in Allem; das Maß des Schwunges nach rechts ist das
Maß des Schwunges nach links. Rhythmus kompensiert.“
6) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
„Jede Ursache hat ihre Wirkung, jede Wirkung hat ihre Ursache; alles geschieht
gesetzmäßig. Zufall ist nur der Name für ein unbekanntes Gesetz. Es gibt viele Ebenen der
Ursächlichkeit, aber nichts entgeht dem Gesetz.“
7) Das Prinzip des Geschlechts
„Geschlecht ist in allem, alles hat männliche und weibliche Prinzipien; Geschlecht offenbart
sich auf allen Ebenen.“

www.gdt-schule.de/wp-content/uploads/U-3-Hermes-Trismegistos-7-Prinzipien.pdf

Hermes Trismegistos gilt traditionell auch als Verfasser der legendären Smaragdtafel. Die Tabula Smaragdina (betont tábula smarágdina, lateinisch für „smaragdene Tafel“)bildet die philosophische Basis der Hermetik und gilt als Grundlagentext der Alchemie.

Die früheste bekannte Version der Smaragdtafel auf der alle späteren Versionen basieren, findet sich in Pseudo-Apollonius von Tyana’s Sirr al-khalīqa wa-ṣanʿat al-ṭabīʿa (Das Geheimnis der Schöpfung und die Kunst der Natur) aus der Zeit ungefähr 750-850. 100 Jahre später wird eine etwas kürzere Version im „Kitāb Usṭuqus al-uss al-thānī“ zitiert (Das zweite Buch des Elements der Stiftung)zitiert. Als Verfasser gilt Jabir ibn Hayyan. Zeilen 6, 8 und 11–15 aus der Version im Sirr al-khalīqa fehlen, während andere Teile beschädigt zu sein scheinen:

Wirklich, definitiv und ohne Zweifel

Oben ist wie Unten und Unten ist wie oben

Die Wunder eines Einzelnen wirken, so wie alle Dinge aus Einem heraus entstanden

Der Vater ist die Sonne und die Mutter ist der Mond

Von der Erde in ihrem Schoß getragen, vom Wind in seinem Schoß genährt

Feuer wurde zur Erde

Füttere die Erde mit dem Feinstofflichen

Mit der Kraft der Kräfte steigt es von der Erde zum Himmel auf

Es wird oben und unten sein